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Ein historisches Ereignis für die Gemeinde Oberstenfeld! Errichtung der „Stiftung Burg Lichtenberg Oberstenfeld“

Bereits seit mehreren Jahren wurden ausgehend vom Burgherren mit Baronin und Baron von Weiler nicht öffentliche Gespräche über eine Übernahme der Burg geführt. Baron von Weiler war deswegen auf uns zugekommen, nachdem er sich dazu entschlossen hatte, die Burg aufgrund ihrer besonderen historischen Bedeutung nicht in private Hände zu geben, sondern den Bestand langfristig durch den Verkauf der gesamten Liegenschaft an die öffentliche Hand oder eine Institution der öffentlichen Hand zu sichern.

Diesem Vorhaben, zu dessen Realisierung zunächst eine Stiftung gegründet wurde, stimmten am 24. Januar 2019 die Mitglieder des Oberstenfelder Gemeinderates mit 12-Ja-, 4-Nein-Stimmen und 1 Enthaltung und ein Tag später die Mitglieder des Kreistages mit 56-Ja-, 24-Nein-Stimmen und 9 Enthaltungen zu. Somit war jeweils eine deutliche Mehrheit dafür, dieses Projekt von überregionaler Wichtigkeit gemeinsam in Angriff zu nehmen. Bei dieser „Stiftung Burg Lichtenberg Oberstenfeld“ engagieren sich der Landkreis Ludwigsburg und die Gemeinde Oberstenfeld in gleichem Umfang. Der Landkreis soll einmalig 300.000 Euro an Barmitteln in die Stiftung einbringen und die Gemeinde Oberstenfeld soll ihrerseits einmalig 175.000 Euro an Barmitteln sowie eine Wiese im Wert von 125.000 Euro einbringen. In der beschlossenen Satzung ist festgehalten, dass sich Landkreis und Gemeinde über dieses Stiftungskapital hinaus nicht an Unterhalts- oder Sanierungskosten beteiligen müssen. Stattdessen ist es gelungen, dass die Stiftung Kunst, Kultur und Bildung der Kreissparkasse Ludwigsburg der neuen Burg-Stiftung zum Start zwei Millionen Euro zustiftet. Damit ist diese mit einem Stiftungskapital von 2,6 Millionen Euro ausgestattet und in der Lage, die Burg von Baron von Weiler zu erwerben sowie erste Investitionen zu tätigen.

Falls der Stiftung dennoch irgendwann das Geld ausgehen sollte und weil so eine Burg selbstverständlich nicht vollständig absehbare Risiken birgt, ist es darüber hinaus gelungen, dass sich die Kreissparkasse Ludwigsburg in einer unterzeichneten Absichtserklärung dazu bereit erklärte, dass sie die „Stiftung Burg Lichtenberg Oberstenfeld“ künftig mit Spenden unterstützt, wenn über den regulären Verwaltungsaufwand hinausgehende Ausgaben entstehen. Hinzu kommen bei Bedarf zu beantragende Mittel des Landesdenkmalamtes sowie mögliche Zustiftungen von weiteren Stiftungen, Unternehmen oder Privatpersonen, denen der Erhalt der Burg wichtig ist. Erst wenn diese Sicherheitsnetze alle nicht halten, obliegt die Finanzierung des Erhalts der Burg aufgrund des Denkmalschutzes den beiden Errichtern der Stiftung. Das heißt, die Gemeinde kommt bei diesem Konstrukt zum Schluss und ist auch nur dann zur Finanzierung von dringend notwendigen Burgerhaltungsmaßnahmen verpflichtet, wenn sie es sich leisten kann. Pflichtaufgaben, wie die Kinderbetreuung und vieles mehr, gehen vor und so lange diese nicht erfüllt sind, muss die Gemeinde auch für die Burg nichts tun. Das Regierungspräsidium, das als Kontrollinstanz darüber wacht, dass die Stiftung sich von alleine trägt und ohne weitere finanzielle Mittel der beiden Gründer auskommt, hat dem zugestimmt und auch die Kommunalaufsicht sowie das Finanzamt haben nichts gegen dieses Konzept einzuwenden.

Vor dem Hintergrund dieses lange ausgehandelten und für die Gemeinde Oberstenfeld positiven Konstruktes haben Landrat Dr. Rainer Haas und Bürgermeister Markus Kleemann im Beisein einiger interessierter Mitglieder des Gemeinderates das Stiftungsgeschäft sowie die Gründung der „Stiftung Burg Lichtenberg Oberstenfeld“ am 31. Januar 2019 auf der Burg Lichtenberg mit ihren Unterschriften offiziell besiegelt.

Landrat Dr. Rainer Haas sprach von einer „historischen Zäsur“ und ging insbesondere auf die große Bedeutung der Burg und ihre Geschichte ein. Ohne die Stiftung hätte die Burg seiner Meinung nach in falsche Hände geraten können; dafür gäbe es Beispiele.  Auch Bürgermeister Markus Kleemann sprach von einem „historischen Tag“ für die Gemeinde Oberstenfeld. Ziel der Stiftungserrichtung sei es, unser Wahrzeichen, unser identitätsstiftendes, ortsbildprägendes und einzigartiges Kulturdenkmal – mehr als alles andere das Gebäude, das mit Oberstenfeld verbunden ist – mittelbar in die öffentliche Hand zu übernehmen und dadurch immer für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Übernahme der Burg Lichtenberg durch eine Stiftung wird sich auf viele Bereiche der Gemeinde Oberstenfeld, des Bottwartals und der ganzen Region positiv auswirken. Nicht nur der historische Wert, sondern vor allem auch das touristische Potenzial der Burg als Ausflugsziel und Eventort ist von großer Bedeutung. Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist es damit auch den Tourismus zu fördern und die vom Weinbau geprägte Region zu stärken.                         Auch ein örtlicher Vorstand für die neue Stiftung konnte schon gewonnen werden. Edmund Hug, der eine sehr erfolgreiche berufliche Laufbahn hinter sich hat, erklärte sich dankenswerterweise bereits im Vorfeld dazu bereit, sich an dieser Stelle für die Gemeinschaft einzubringen. Der nächste Schritt ist der Kaufvertrag zwischen Baron von Weiler und der Stiftung. Des Weiteren soll die Öffentlichkeit die Möglichkeit erhalten, sich für den Erhalt der Burg Lichtenberg zu engagieren, auch über Spenden oder Zustiftungen.