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Nachlass der Gartenfreunde ermöglicht Hochstamm-Aktion – NABU übernimmt Ausgabe der Bäume

Streuobstwiesen prägen seit Jahrhunderten das Bild der Oberstenfelder Kulturlandschaft. Während sie früher einen wichtigen Beitrag zur Ernährung der Bevölkerung leisteten, übernehmen sie heute eine Funktion als Erholungsraum, Frischluftproduzent und vor allem als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Dabei spielt die Vielfalt der heimischen Obstsorten eine entscheidende Rolle, denn von der hohen Variabilität der Blüh- und Reifezeiten, der Früchte und der Baumformen profitiert wiederum eine große Anzahl von Lebewesen.

Landschaftsprägender Streuobstbestand unterhalb des Forstbergs, Gewann Hagenloch. Viele verschiedene Obstsorten bieten einer großen Zahl von Lebewesen eine Lebensgrundlage.
Häufig sind die großen alten Birnbäume durch mangelnde Pflege, Trockenheit und Schädlingsbefall in einem schlechten Zustand. Nachpflanzungen sind dringend notwendig!

Doch die Vielfalt der Obstsorten – und damit die Vielfalt der Lebewesen – ist in Gefahr. Durch mangelnde Pflege, Trockenheit und Schädlingsbefall verfallen unsere Streuobstbestände zunehmend. Häufig verschwinden durch den schleichenden Prozess gerade die traditionellen Obstsorten. Um diesem Prozess entgegenzuwirken, führt die Gemeinde Oberstenfeld eine Hochstammaktion durch. Die Finanzierung der Bäume erfolgt aus dem Vermögen der Gartenfreunde Oberstenfeld e.V. Der im Jahr 2012 aufgelöste Verein hatte sein Vermögen der Gemeinde Oberstenfeld zweckgebunden für Maßnahmen im Bereich Streuobstbau, öffentliches Grün und Naturschutz vermacht.
Interessierten Oberstenfelder Stücklesbesitzern werden bis zu 5 Hochstämme kostenfrei zur Verfügung gestellt. Aus einem vorgegebenen Sortiment können geeignete, auch feuerbrandresistente Apfel- und Birnensorten ausgewählt werden. Süßkirsch- und Nussbäume können ebenfalls bestellt werden.

Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Birnensorten gerichtet werden, denn wie in der gesamten Region sind auch in Oberstenfeld die großen alten Birnbäume in einem schlechten Zustand. Es müssen dringend Ersatzpflanzungen vorgenommen werden, um die drohenden Ausfälle frühzeitig zu ersetzen! Neben Mostbirnen-Sorten, die zu großkronigen landschaftsprägenden Bäumen heranwachsen, sind auch Tafelbirnen in der Sortenliste vertreten.

Die Bäume können ab sofort bestellt werden. Die Anträge mit der Sortenliste liegen im Rathaus Oberstenfeld aus.
Sie müssen bis zum 10. September 2018 im Rathaus (Bürgerbüro oder Zimmer 80) wieder abgegeben werden.
Die Ausgabe der Bäume wird dankenswerterweise von der NABU-Ortsgruppe Oberstenfeld übernommen.
Sie erfolgt im Herbst 2018 im Bauhof Oberstenfeld, ein Termin wird noch bekanntgegeben.

Äpfel und Birnen können vielfältig verwendet werden. Außer zur Saft-, Most- und Schnapsherstellung eignen sich einige Sorten auch zur Herstellung von Dörrobst.

Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben, wenden sie sich montags oder dienstags an das Bürgermeisteramt Oberstenfeld (Zimmer 80, Tel.: 261-36).
Der Ökologe Herr Dr. Grunicke steht Ihnen für Auskünfte gerne zur Verfügung.